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Montag, 12. Oktober 2015

Finalistenfilme ausgewählt Programm von Adorf bis Zirner

Neunkirchen/München, 12. Oktober 2015 – Am 6. November 2015 wird der fünfte „Günter Rohrbach Filmpreis“ im saarländischen Neunkirchen verliehen. Die Jury um den Vorsitzenden Klaus Doldinger hat die besten vier Filme ausgewählt, die um den renommierten Filmpreis konkurrieren. Die Entscheidung der Jury wurde heute von Oberbürgermeister Jürgen Fried im Rahmen einer Pressekonferenz im Neunkircher Rathaus bekannt gegeben. 

Die Filme „Altersglühen – Speed Dating für Senioren“ von Jan Georg Schütte, „Das Ende der Geduld“ von Christian Wagner, „Der Staat gegen Fritz Bauer“ von Lars Kraume und „Freistatt“ von Marc Brummund stehen im Finale der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung. Neben dem Preis für den besten Film werden zusätzlich drei weitere Preise vergeben: der Preis für den besten Darsteller in Höhe von 5.000 Euro und zwei Sonderpreise in Höhe von 2.500 Euro und 3.500 Euro.

Die Finalisten im Überblick:

„Altersglühen – Speed Dating für Senioren“ 13 Menschen zwischen Ende 60 und Mitte 80: Jeder hat seine ganz eigenen Hoffnungen, Wünsche, Konflikte und Probleme. Was sie eint, ist die Sehnsucht nach Nähe – nach einem liebenden, liebenswerten Partner und der etwas ungewöhnliche Weg, den sie gewählt haben, um ihrer Einsamkeit zu entkommen: ein Speed Dating. Dies ist eine Konstellation, die Mut erfordert, und nicht jeder fühlt sich auf Anhieb wohl in diesem Rahmen. Die Männer in der Runde: vom Witwer über den pensionierten Lehrer und einen Ex-Museumswärter bis zum russischen Romantiker. Die Damenrunde ist nicht weniger heterogen: von Männern getrennt, vom Reichtum verlassen suchen u.a. eine Freizeit-Lyrikerin, eine Ex-Karrierefrau und eine Ex-Verlegerin  den passenden Partner nach ihrer Kragenweite. Ob dieser sich bei einem Speed Dating finden lässt?

Unter anderem mit Mario Adorf, Senta Berger, Matthias Habich und Angela Winkler

„Das Ende der Geduld“Im Zentrum der Geschichte steht die Jugendrichterin Corinna Kleist im Kampf um einen Fall, der ihr sehr nahe geht: Sie legt sich mit dem 21-jährigen Intensivtäter Nazir an, dem libanesischen Clan-Boss, der über die Drogengeschäfte in der Berliner Hasenheide herrscht. Für dessen kleinen Bruder Rafiq, der bald 14 und somit strafmündig wird, versucht sie, Verantwortung zu übernehmen – er war als Drogenkurier für Nazir unterwegs. Rafiq eine Chance zu geben, heißt für die Jugendrichterin, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Doch daraus entwickelt sich neues Unrecht. Corinna Kleist tritt eine Lawine ungekannter Gewalt los, die eine junge Liebe zerstört und ihre Vision bedroht.

Unter anderem mit Martina Gedeck, Jörg Hartmann, Sascha A. Gersak und Sesede Teryzian

„Der Staat gegen Fritz Bauer“ Deutschland 1957. Während die junge Bundesrepublik die NS-Zeit hinter sich lassen will, kämpft ein Mann unermüdlich dafür, die Täter im eigenen Land vor Gericht zu stellen: Der kompromisslose Generalstaatsanwalt Fritz Bauer erhält dabei den entscheidenden Hinweis darauf, wo sich der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt halten soll. Gemeinsam mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann beginnt Bauer, die Hintergründe zu recherchieren. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise: In seiner eigenen Behörde verschwinden immer wieder Akten und auch Oberstaatsanwalt Ulrich Kreidler und BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt behindern den unliebsamen Bauer in seinen Ermittlungen. Ein scheinbar aussichtsloser Kampf gegen unsichtbare Gegner beginnt, doch Bauer und Angermann geben nicht auf. 

Unter anderem mit Burghart Klaußner, Ronald Zehrfeld, Sebastian Blomberg, Jörg Schüttauf

„Freistatt“ Sommer 1968. Während für viele in Deutschland eine neue Ära der Freiheit anbricht, wird der 14-jährige Wolfgang von seinem Stiefvater in die kirchliche Fürsorgeanstalt „Freistatt“ abgeschoben. Dort ist es wie im Knast: Die Türen sind verschlossen, die Fenster vergittert, Briefe werden abgefangen. Die Jungen werden mit militärischem Drill zum Torfstechen ins Moor geschickt und als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Von ihren Familien vergessen, verrohen sie als Opfer eines körperlichen und psychischen Gewaltsystems, von dem man draußen nichts mitbekommen darf. Wolfgang  widersetzt sich und plant seine Flucht: Ihr kriegt mich nicht – niemals!

Unter anderem mit  Louis Hofmann, Alexander Held, Katharina Lorenz, Max Riemelt und Uwe Bohm

Finalistenwoche und Preisverleihung<

Die vier Finalistenfilme werden in der traditionellen Finalistenwoche vom 1. bis 5. November 2015 jeweils um 18.00 Uhr im Cinetower in Neunkirchen gezeigt. Tickets können unter www.cinemas- nk.de oder unter 06821 / 923410 für 5,50 Euro bestellt werden. Ein Sammelticket für alle vier Finalisten kostet 20 Euro. 

Den Auftakt der Finalistenwoche macht am 1. November der „Saarländische Filmemacher Abend“, bei dem die Kurzfilme „Leon lügt“ von Jörn Michaely, „On the Drive“ von Thomas Scherer und „Sekundenschlaf“ von Marc André Misman gezeigt werden (Eintritt 5,50 Euro).

Ein weiteres Highlight, welches im Rahmen der Filmpreis-Woche stattfindet, ist das „Günter Rohrbach Filmforum“. Im Rahmen dieser Vortrags- und Diskussionsveranstaltung wird am Donnerstag, 5. November, um 20 Uhr in der Stummschen Reithalle das Thema „Musik im Film“ näher beleuchtet. Klaus Doldinger, der neben der berühmten Tatort-Melodie Soundtracks zu den Blockbuster-Kinofilmen Das Boot oder Die unendliche Geschichte komponiert hat, wird hier in einem Vortrag seine Erfahrungen anhand interessanter und anschaulicher Beispiele präsentieren. Die anschließende Podiumsdiskussion wird neben Klaus Doldinger u.a. mit dem Komponisten Frank Nimsgern prominent und kompetent besetzt sein. Der Eintritt zum Filmforum ist frei.

Filminteressierte haben darüber hinaus die Möglichkeit, an der Verleihung des „Günter Rohrbach Filmpreises“ am Freitag, 6. November, um 20 Uhr in der Neuen Gebläsehalle teilzunehmen. Eintrittskarten gibt es für 30 Euro ab sofort an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter www.ticket-regional.de oder über die Ticket-Hotline 0651 / 97 90 777. Neben der Gala der Preisverleihung, Umtrunk und Imbiss dürfen sich die Besucher auf einen der bekanntesten deutschsprachigen Schauspieler freuen, der für die musikalische Untermalung sorgen wird: Grimme-Preisträger August Zirner spielt mit dem „Spardosen-Terzett“ auf.

Dieser Auftritt bei der Gala soll Lust machen auf das Konzert von August Zirner und dem Spardosen-Terzett zum Abschluss des Filmpreises. „Diagnose: Jazz“ heißt es am Samstag, den 7. November um 20 Uhr in der Stummschen Reithalle. Zirner und das Terzett erzählen eine Geschichte des Jazz in Wort und Musik: von ungeheuer komisch bis wahrhaft tragisch erwartet die Besucher ein ganz besonderer Abend. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter www.ticket-regional.de oder über die Ticket-Hotline 0651 / 97 90 777.

Die Auswahl:

56 Filme haben sich  beworben. Die Jury um den Vorsitzenden Klaus Doldinger hat in München getagt und  aus den von der Vorjury ausgewählten acht Filmen die vier Finalisten festgelegt. Neben dem prominenten Jazzmusiker und Filmmusikkomponist Klaus Doldinger hat  auch der Regisseur und  Preisträger des „Günter Rohrbach Filmpreises“ 2013 Stephan Lacant die Jury unterstützt und die diesjährigen Gewinner bestimmt. Außerdem haben Uli Aselmann von die film gmbh, Andrea Etspüler vom Saarländischen Rundfunk, Thomas Reinhardt von der Saarbrücker Zeitung und Oberbürgermeister Jürgen Fried die acht Beiträge gesichtet.

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