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Günter Rohrbach Filmpreis 2020

Der diesjährige Hauptpreisträger-Film „Exil“, beschäftigt sich mit dem hochaktuellen Themenkomplex Rassismus und Diskriminierung. Die virtuos inszenierte und brillant gespielte Geschichte erzählt von einem im Kosovo geborenen und nun in Deutschland lebenden Chemieingenieur, der paranoide Züge annimmt. Die Handlung wird von Visar Morina sehr behutsam, aber doch zielstrebig entwickelt und lässt den Zuschauer im Unklaren, was hier Wahrheit und was Einbildung ist. Ein aufrüttelnder Film, der dem Zuschauer Raum für eigene Interpretationen, Gedanken und Bewertungen lässt. Die Jury würdigt das Werk mit dem diesjährigen Günter Rohrbach Filmpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

Auch international bleibt es spannend: „Exil“ geht für den Kosovo ins Rennen um den Oscar 2021 in der Kategorie „Bester internationaler Film“.

Darstellerpreise 2020

Als beste Darsteller*in werden Nina Hoss und Mišel Matičević mit einem Preisgeld von jeweils 3.000 Euro geehrt.

Nina Hoss verkörpert in „Pelikanblut“ eine Pferdetrainerin und Mutter einer adoptierten Tochter, die ein weiteres Mädchen aus Bulgarien aufnimmt. Doch das schwer traumatisierte Kind droht durch ihre Aggressivität das Leben der kleinen Familie zu zerstören. Entgegen aller Ratschläge gibt die Mutter nicht auf und kämpft bis zur Selbstaufgabe um dieses Kind. Ein mutiger, kraftvoller und bildgewaltiger Kinofilm, der von Nina Hoss getragen wird, die hier höchst sehenswert viele Facetten ihrer großen Schauspielkunst zeigt.

Ebenso zieht Mišel Matičević die Zuschauer in dem Film „Exil“ in seinen Bann. Er verkörpert den Che-mieingenieur Xhafer, der vor Jahrzehnten aus dem Kosovo nach Deutschland floh, wo er heimisch ge-worden ist. Doch in letzter Zeit fühlt er sich immer mehr ausgegrenzt. Er leidet unter Alltagsrassismus und sein Misstrauen gegenüber Kollegen, sogar gegenüber seiner eigenen Ehefrau wächst ständig. Was ist wahr, was ist Einbildung – das ambivalente Spiel Matičevićs zieht die Zuschauer fest in den Bann und lässt gleichwohl viel Raum für die eigene Fantasie.


Preis des Saarländischen Rundfunks 2020

Mit dem mit 5.000 Euro dotierten Preis des Saarländischen Rundfunks wird Ralf Husmann für das Drehbuch von „Der König von Köln“ ausgezeichnet. Die auf realen Begebenheiten im Kölner Klüngel basierende Gesellschaftssatire zeigt auf, wie ein Mitarbeiter des Kölner Bauamts zum Spielball eines neureichen Baumagnaten wird und immer tiefer in einen Korruptionsstrudel gerät. Überzeugend gestaltet ist das Drehbuch von Ralf Husmann mit mal heiteren, mal bissigen Dialogen. An den richtigen Stellen platziert und geschliffen vorgetragen, treiben sie die Handlung um Geld, Gier und Macht voran und sorgen für etliche brillante Szenen. Der Spagat zwischen wahren Gegebenheiten und Fiktion durch charismatische Figuren ist Ralf Husmann gemeinsam mit dem Regisseur Richard Huber hervorragend gelungen.

„Mit einem lustigen Buch einen ernsthaften Preis zu gewinnen ist immer eine besondere Freude. Das Leichte liegt uns Deutschen ja nicht so, deswegen freue ich mich immer, wenn das gewürdigt wird. Gerade in diesen Zeiten, wo’s noch weniger zu lachen gibt als sonst.“ sagt Ralf Husmann zum zu seiner Auszeichnung.

Preis der Saarland Medien GmbH 2020

Moritz Schultheiß erhält den mit 3.500 Euro dotierten Preis der Saarland Medien GmbH. Als Kameramann zeichnet dieser verantwortlich für die gewaltige Bildsprache im Mutter-Tochter-Drama „Pelikanblut“. Dem Kameramann gelingt es, die aufopfernde Mutterliebe ebenso wie die von dem kleinen Mädchen ausgehende, gänzlich emotionslose Gefahr in nachhaltigen Bildern einzufangen. Insbesondere die mystische Auflösung lässt dem Zuschauer viel Raum für Interpretation und erzeugt so große Spannung.

Preis des Oberbürgermeisters 2020

Mit dem Preis des Oberbürgermeisters (2.500 Euro) wird Alina Serban geehrt. In „Gipsy Queen“ verkörpert sie eine starke, mutige, alleinerziehende Mutter, die von ihrer Roma-Familie verstoßen wurde und infolgedessen nach Deutschland kommt. Früher war sie selbst eine ambitionierte Nachwuchsboxerin und wagt mit Hilfe des Boxtrainers Tanne (Tobias Moretti) in Hamburg ein Comeback. Mit der Kraft der Verzweiflung kämpft sie gegen Rassismus und um eine bessere Zukunft für ihre Kinder. Alina Serban verkörpert im wahrsten Sinne eine starke Frau und trägt diesen Film mit ihrer großen physischen Präsenz.